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Demo gegen Rechtsextremismus
am 23.02.08
in Wörrstadt und Saulheim

 

Der Aufruf der Fraktionen im Wallertheimer Gemeinderat

Allgemeine Zeitung vom 25.02.08

Protest gegen Rechte

VG kein Platz für "rechte Wirrköpfe"

Vom 25.02.2008 te.

WÖRRSTADT/SAULHEIM Ein großes Echo bei der Bevölkerung fanden die beiden Kundgebungen gegen Rechtsextremismus, zu denen die Fraktionen des VG-Rates eingeladen hatten, in Wörrstadt und Saulheim. Dabei brachten alle Redner zum Ausdruck, dass für Neonazis und deren rechtsextreme Parolen kein Platz in der VG sei. "In einem Land kann man nicht verhindern, dass Dummköpfe durch die Straßen ziehen und rassistische Parolen verbreiten. Doch wir können verhindern, dass diese Wirrköpfe das Bild der Straße verzerren", dankte Wörrstadt Bürgermeister Ingo Kleinfelder den vielen Bürgern, die durch ihr Kommen klare Signale gegen Rechts setzten. "Wir brauchen die Rechtsradikalen hier nicht, wir wollen sie nicht und wir werden sie weder hier noch anderswo tolerieren", so Kleinfelder. Vielmehr lebe man in gut nachbarschaftlichen Beziehungen mit den ausländischen Mitbürgern. Für NPD-Verbotsantrag Sein Saulheimer Kollege Walter Klippel zeigte sich ebenfalls erfreut über die "große Solidarität der Bevölkerung gegen die Ewiggestrigen". Damit unterstrichen die Bürger, dass der braune Sumpf in der VG keinen Boden habe. Nach dem Krieg habe sich Deutschland durch das Abschwören von der Nazi-Vergangenheit wieder internationale Achtung verschafft. "Das lassen wir uns von diesen braunen Brüdern nicht kaputt machen", betonte Klippel. Bundestagsabgeordneter Klaus Hagemann (SPD) rief dazu auf, für einen demokratischen und sozialen Staat gemäß dem Artikel 20 des Grundgesetzes zu kämpfen. Dabei müssten Politiker Vorbilder sein, bei denen Reden und Handeln übereinstimmen. Hagemann sprach sich für einen erneuten, besser vorbereiteten NPD-Verbotsantrag aus. Zudem sollten internationale Abkommen die Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts über das Internet verhindern. "Jeder sollte offen sein Gesicht zeigen für Demokratie und gegen Fremdenfeindlichkeit." Werte schützen "Wir müssen mit allen Mitteln linken und rechten Extremisten entgegentreten", ermunterte Heinz-Hermann Schnabel (CDU), stellvertretender Landtagspräsident, die Zuhörer. Das bedeute auch, an den Stammtischen konsequent gegen rechte, rassistische oder diskriminierende Parolen einzutreten. Wörrstadts katholischer Pfarrer Andreas Kaiser mahnte, dass man es nicht zulassen dürfe, dass die demokratischen Werte in unserem Land noch einmal außer Kraft gesetzt werden. Sein evangelischer Amtsbruder Stefan Koch sprach ein Friedensgebet.

 

Mehrere Hundert protestieren gegen rechten Aufmarsch

Zahlreiche Polizisten im Einsatz / Doppel-Demo verläuft friedlich

Vom 24.02.2008

WÖRRSTADT/SAULHEIM (red/dpa) Mehrere hundert Demonstranten haben gestern in Saulheim und Wörrstadt gegen NPD-Aufmärsche protestiert. Unter dem Motto „Globalisierung ist Völkermord – sozial geht nur national“ trafen sich nach Angaben der Polizei etwa 60 Rechtsextreme erst in Wörrstadt und dann im nahen Saulheim zu Kundgebungen. Parallel demonstrierten an beiden Orten im Kreis Alzey-Worms 300 bis 450 Menschen unter dem Titel „Gebt Nazis keine Chance“ gegen diese Aufmärsche. Aufgerufen dazu hatte ein breites Protestbündnis von Politik, Kirche und Gewerkschaften. Die Veranstaltungen bei strahlendem Sonnenschein verliefen nach Polizeiangaben friedlich. „Es kam nur vereinzelt zu kleinen Rangeleien zwischen unseren Einsatzkräften und den Demonstranten des linken Spektrums, als diese zu nahe an den Aufzugsweg der Rechten gelangen wollten“, so Achim Hansen, Pressesprecher der Polizei. Nach eigenen Angaben waren insgesamt mehr als 300 Beamten im Einsatz, um beide Gruppen strikt zu trennen und gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern. Der NPD-Kreisverband Alzey-Worms und die rechtsextreme „Initiative Südwest“ hatten die rechtsextreme Doppelkundgebung bei den Behörden angemeldet. Aufgerufen zur Gegendemonstration hatte unter anderem der Verbandsgemeinderat Wörrstadt. In einer Resolution betonten alle Fraktionen, das Verhalten von Neonazis sei „rassistisch, fremdenfeindlich und diskriminierend und mit unserer demokratischen Kultur nicht vereinbar“. Dagegen müsse mit Zivilcourage deutlich Stellung bezogen werden. „Wegschauen ist für uns keine Lösung!“, hieß es. Eine „Antifaschistische Aktion Nierstein“ kritisierte in einer Mitteilung den Einsatz der Polizei. Die Beamten hätten Gegendemonstranten abgedrängt und damit den Weg für die NPD freigemacht. Betroffene hätten nun eine Dienstaufsichtsbeschwerde angekündigt.