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Erneute Mahnung an Ortsbürgermeister durch Kommunalaufsicht

 

Eine erneute Mahnung musste sich Ortsbürgermeister durch die Kreisverwaltung Alzey gefallen lassen. Nachdem er bereits vor 4 Wochen wegen der Verletzung des Antragsrecht der Bunten Liste ermahnt wurde, wurde er nun wegen des Missbrauchs des amtlichen Teils des Nachrichtenblatts belangt.

Wir stellen dazu fest: Niemand will dem Bürgermeister sein selbstverständliches Recht auf Meinungsäußerung streitig machen. Nur darf er dazu nicht die mit Steuergeldern finanzierten Amtsnachrichten nutzen. Das halten wir für einen rechtswidrigen Vorgang und für Missbrauch von Steuergeldern. In der Frage des Missbrauchs hat uns nun die Kommunalaufsicht der Kreisverwaltung Recht gegeben.

Wir fordern nachdrücklich, endlich zur sachorientierten konstruktiven Arbeit für unseren Ort zurückzukehren und nun endlich die Probleme unseres Dorfes anzupacken.

Nachfolgend drucken wir den Nachrichtentext der Allgemeinen Zeitung zu diesem Thema ab.

  • Regionalnachrichten aus der Allgemeinen Zeitung Alzey
    vom 10.06.06, Seite 14

Strikte Neutralität verletzt

Kommunalaufsicht gibt Bunter Liste im Streit mit Ortschef Recht

WALLERTHEIM
Die Bunte Liste Wallertheim hat in einem weiteren Einspruchsverfahren von der Kommunalaufsicht Recht bekommen. Die oppositionelle Gruppe im Wallertheimer Gemeinderat hat mit Erfolg eine Veröffentlichung im Nachrichtenblatt beklagt, in der Ortsbürgermeister Robert Majchrzyk eine politische Äußerung der Gruppierung kommentiert. "Wir sind der Meinung, dass der Inhalt der Mitteilung die für solche Publikationsorgane geforderte, strikte Neutralität verletzte, weil darin politische Meinungsverschiedenheiten ausgetragen werden", heißt es zur Erklärung seitens der Aufsichtsbehörde.

Nach Bekanntwerden dieser Bewertung sagte Günter Eisold, der Sprecher der Bunten Liste, seine Wählergruppe werde prüfen, welcher materielle Schaden ihr durch die Äußerungen des Ortsbürgermeisters entstanden sei. Man behalte sich weitere rechtliche Schritte vor. Majrchzik hatte nach Auffassung der Wählergruppe in der Veröffentlichung den "Eindruck erweckt, "wir würden uns als Verein an lokalen Festivitäten bereichern und die `reichlich erzielten Gewinne´ nicht sinnvoll verwenden". Durch diese Unterstellung sei Misstrauen gesät worden. "Der Vorwurf hat Spuren hinterlassen", sagt Eisold vor der Ratssitzung am Montag, 19 Uhr, im Rathaus. Er erwarte von Ortsbürgermeister Majchrzyk eine Entschuldigung.

Die Kommunalaufsicht appelliert in ihrem Schreiben auch an die Verbandsgemeindeverwaltung, darauf zu achten, dass "künftig solche Artikel nicht mehr im Bekanntmachungsorgan erscheinen". VG-Bürgermeister Markus Conrad sagte gegenüber der AZ, die Verwaltung habe den Ortsbürgermeister im Vorfeld darauf hingewiesen, "dass die Mitteilung im Grenzbereich" läge. Majchrzyk habe jedoch wert auf die Veröffentlichung gelegt.

Majchrzyk betonte in seiner Stellungnahme, er habe das "Nachrichtenblatt nicht missbrauchen wollen". Er akzeptiere die Entscheidung der Kommunalaufsicht und müsse sich künftig andere Möglichkeiten suchen, um seine Meinung, die er sich nicht verbieten lasse, zu artikulieren.