|
Zurück
Gemeinderat
19.04.2010
Kommunalaufsicht bestätigt Bunte Liste
Sehr deutlich hat die
Kommunalaufsicht zum Verhalten des Ortsbürgermeister Majchrzyk und
seiner Beigeordneten Stellung bezogen. In allen Punkten werden die
Positionen der Bunten Liste bestätigt.
Noch mal zur Erinnerung:
- Wir hatten erstens
bemängelt, dass bei der Ratssitzung am 19.04.2010 zuerst der
nichtöffentliche Teil stattfand. Interessierte Bürger hätten
bis 22 Uhr ausharren müssen, um dann am öffentlichen Teil
teilnehmen zu können. Wir hielten das für einen undemokratischen
Quasiausschluss der Öffentlichkeit.
- Für diese Ratssitzung hatten
wir zweitens den Antrag gestellt das Thema Haushalt
(Unverzügliche Erstellung Nachtragshaushalt) auf die Tagesordnung
zu setzen. Hintergrund: Bei absehbar sehr stark sinkenden
Steuereinnahmen und unvorhergesehenen Mehrausgaben wollten wir
Klarheit über die Finanzsituation erhalten, bevor weitere
Projekte vom Gemeinderat beschlossen werden.
In der Sitzung am 19.04. verließen zuerst der Ortsvorstand und
folgend die SPD-Fraktion den Ratstisch, der Gemeinderat war nicht
mehr beschlussfähig. Was dann passiert, dafür gibt es klare
Regeln, der Antrag muss auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung
gesetzt werden. Genau das verweigerte uns der Ortsbürgermeister
und Beigeordnete, trotz unserer mehrfachen Mahnungen. Wir haben
dann nochmal einen Antrag gestellt, der wurde dann ohne Absprache
mit uns zum Dringlichkeitsantrag gemacht und am 21.06.2010
behandelt. Dabei wurde alles Mögliche besprochen, Informationen
zur Haushaltslage gab es immer noch nicht. Gegen dieses
undemokratische Verhalten haben wir Beschwerde bei der
Kommunalaufsicht eingelegt und gegen die beteiligten Personen im
Ortsvorstand Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht.
Zum Verfahren selber hat nun die
Kommunalaufsicht entschieden und uns in allen Punkten Recht gegeben:
- Zukünftig ist unter allen
Umständen wieder die übliche Reihenfolge (zuerst öffentlicher
Teil der Ratssitzung) einzuhalten.
- Der Bürgermeister hätte sich
am 19.04. nicht vom Ratstisch entfernen dürfen, da er die
Funktion des Vorsitzenden der Sitzung innehatte.
- Unser Antrag hätte auf die
Tagesordnung der nächsten Sitzungen gesetzt werden müssen. Das
dies zweimal (am 10.05. und 21.06.) nicht geschehen ist, rügt die
Kommunalaufsicht.
- Unser ergänzender Antrag zum
Thema Haushalt wurde dann als Dringlichkeitsantrag auf die
Tagesordnung der Sitzung vom 21.06. gesetzt. Der ursprüngliche
Antrag wurde nicht in die Tagesordnung aufgenommen. Hier stellt
die Kommunalaufsicht fest, dass dieses Verfahren mit uns hätte
abgestimmt werden müssen.
- Da es am 21.06. keinen
weiteren Protest unsererseits mehr gab, interpretiert die
Kommunalaufsicht, dass nun die unsererseits gewünschten
Informationen ausgetauscht worden wären. Dazu stellen wir fest,
dass dies nicht der Fall ist. Noch immer fehlen halbwegs valide
Informationen zur Haushaltslage. Wir werden weiter darauf achten,
dass mit den Steuergeldern in unserer Gemeinde sinnvoll umgegangen
wird.
Die Entscheidung der
Kommunalaufsicht ist eine heftige Klatsche für den Ortsbürgermeister
und den Ortsvorstand. Wir hoffen, dass zukünftig selbstverständliche
demokratische Regeln wieder eingehalten werden. Willkür und Kungelei
werden von uns nicht geduldet.
Die Entscheidung der
Kommunalaufsicht im Auszug: (Download)
|