|
Zurück
Bunte
Liste verlässt Gemeinderatssitzung
Wenig
konstruktive Sitzung des Gemeinderat am 12.06.06.
Die
Presse dazu:
Streit
im Rat endet mit Eklat
Ortschef sieht sich verleumdet/BL verlässt Saal
Allgemeine Zeitung vom
14.06.2006 tos.
WALLERTHEIM
Im Ortsgemeinderat kam es
bei der letzten Sitzung vor der Sommerpause zum Eklat zwischen der
Bunten Liste (BL) und Ortsbürgermeister Robert Majchrzyk. Hintergrund
sind zwei Mitteilungen der Kommunalaufsicht, in denen Entscheidungen
des Bürgermeisters beanstandet werden. Unter anderem setzte der
Bürgermeister einen Antrag der BL im März nicht auf die Tagesordnung
des Gemeinderates. Diesen Antrag, bei dem es darum geht, dass die
Allgemeine Zeitung zu den Gemeinderatssitzungen eingeladen wird,
erachtete der Bürgermeister als gegenstandslos, da die AZ seit
geraumer Zeit über jede Sitzung informiert wird. Allerdings verband
die BL mit ihrem Antrag eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit
der Ortsgemeinde. So begründete es BL-Sprecher Günter Eisold im Rat.
Majchrzyk wies darauf hin, dass man trotz Streit und Anrufung der
Kommunalaufsicht "von Anfang an einer Meinung gewesen" war.
Trotz Wortmeldung des BL-Abgeordneten Ottmar Valerius beendete
Majchrzyk den Tagesordnungspunkt, was zu erheblicher Erregung bei der
BL führte. Unter "Mitteilungen und Anfragen" äußerte
Valerius, er fühle sich "öffentlich übersehen". Majchrzyk
erklärte, "der Tagesordnungspunkt war erledigt. Was erledigt
ist, ist erledigt." In der anschließenden Einwohnerfragestunde
meldete sich BL-Mitglied Albert Becker zu Wort. Er beschwerte sich
über einen Artikel, den Majchrzyk am 13. April im amtlichen Teil des
Nachrichtenblatts platzierte (wir berichteten). Aufgrund eines
Artikels in der AZ, in dem die BL dem Bürgermeister eine
Verschleppung der Dorferneuerung vorwirft, stellte Majchrzyk die
rhetorische Frage, warum die BL in Kenntnis der problematischen
finanziellen Lage der Gemeinde nicht ihre Gewinne, also die der BL,
aus Kerb und Weihnachtsmärkten für jene Dorferneuerungsmaßnahmen
zur Verfügung stelle, die sie einfordere. Becker wertete diese von
der Kommunalaufsicht infolge eines BL-Einspruches beanstandeten
Formulierungen als "Frechheit". Majchrzyk befand, dass
"niemand diffamiert" wurde. Er habe sich "geäußert im
Sachverhalt" und zudem nur "eine Frage gestellt". Eine
Stellungnahme der Kommunalaufsicht liege ihm nicht vor. Im übrigen
verwies er darauf, dass die BL "verleumderische und diffamierende
Aussagen" über ihn untergebracht habe. Dies veranlasste die BL
zu lauter Unmutsbekundung. Die drei Abgeordneten verließen das
Rathaus.
Kein
finanzielles Polster mehr für die Rücklage
Rat verabschiedet Nachtragshaushalt
Pflanzinsel am Katzensteg geplant
Allgemeine Zeitung vom
15.06.2006 tos./C.R.
WALLERTHEIM
Bevor sich die Differenzen
zwischen Bunter Liste und Ortsbürgermeister Robert Majchrzyk
zuspitzten (wir berichteten), verabschiedete der Wallertheimer
Ortsgemeinderat einstimmig den ersten Nachtragshaushalt 2006 sowie das
Investitionsprogramm für 2005 bis 2009. Im Vermögenshaushalt ergaben
sich infolge einiger Investitionen und Mindereinnahmen Verschiebungen.
Die Kosten der Sanierung des Rathauses belaufen sich nunmehr auf 40000
Euro, eine Zunahme um 9500 Euro. Ferner übernimmt die Gemeinde die
Kosten für einen Ballfangzaun der TG Wallertheim, die sich auf 7600
Euro belaufen. Die Außenanlage des Jugendraumes in der Schimsheimer
Straße verschlingt weitere 1300 Euro. Im Zuge des
Dorferneuerungsprogrammes werden 5000 Euro in den Haushalt
eingestellt. Die Befestigung von Wegen auf dem Friedhof erfordert
13000 Euro. Um die Errichtung einer Straßenlampe in der Stettiner
Straße mit einem Volumen von 4000 Euro gab es Diskussionen. Günter
Eisold (Bunte Liste) bemängelte, dass der Rat keinen Beschluss
gefasst habe, wonach ausgerechnet die Stettiner Straße eine
Straßenlampe erhalten solle. Bürgermeister Majchrzyk erklärte, man
habe nur die finanziellen Mittel für die Errichtung einer
Straßenlampe. Da bei den anderen zur Diskussion stehenden Stellen in
Wallertheim mehr als eine Lampe erforderlich geworden wären, habe man
sich im Ältestenrat auf die Stettiner Straße geeinigt. Für den
Verkauf eines gemeindeeigenen Grundstückes in der Schimsheimer
Straße wurden statt der in den Haushalt eingestellten 180000 Euro nur
122000 Euro erzielt. Entsprechend den gestiegenen Ausgaben und
gesunkenen Einnahmen wird anstelle angestrebter 96300 Euro kein Geld
zu den allgemeinen Rücklagen zurückgeführt. Insgesamt belaufen sich
die Schulden der Gemeinde zum Ende 2006 auf 944000 Euro. Anfang 2005
waren es noch 1,027 Millionen Euro. An Zinsen und Tilgung erfolgen in
2006 53000 beziehungswiese 35000 Euro. Zudem beschloss der Rat die
Herstellung einer Pflanzinsel an der Einfahrt zum Katzensteg. Nachdem
die verkehrsberuhigende Wirkung eines Blumenkübels dort getestet und
für gegeben befunden wurde, wird diese bewegliche Maßnahme nun durch
eine feste Insel ersetzt, die 2100 Euro kosten soll. Damit die 15
Zentimeter hohe Insel nicht übersehen wird, verständigte man sich
auf die straßenbildgemäße Bepflanzung mit hoch wachsenden Pflanzen.
Ottmar Valerius von der Bunten Liste regte überdies, wiederum ins
Straßenbild passend, das Montieren von Katzenaugen an.
|