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70 Jahre Reichspogromnacht
9.11.2008

In Wallertheim gab es durchaus ein größere jüdische Gemeinde.

Mitte der 1920er-Jahre wurden noch 48 jüdische Einwohner gezählt (3,5 % von insgesamt 1.350 Einwohnern). Zur Wallertheimer Gemeinde gehörten inzwischen auch die in Gau-Bickelheim und Armsheim lebenden jüdischen Einwohner.

Auch in unserem Ort  hat es am 9. November 1938 Ausschreitungen gegeben. Das heutige Rathaus der Gemeinde war 1938 die Synagoge.

Beim Novemberpogrom 1938 wurden in Wallertheim die Synagoge und jüdische Geschäfte demoliert; der 94-jährige Abraham Mann kam bei diesen Aktionen ums Leben. Viele Wallertheimer Juden wurden in den Folgejahren deportiert und in den Konzentrationslagern ermordet.

 

Zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht stellten Mitglieder der Bunten Liste im Gedenken an die Opfer des Naziregimes Kerzen an der Gedenktafel am Rathaus auf.

Es gab übrigens auch vereinzelt Widerstand gegen manche Unrechtstaten. So hat der damalige Wallertheimer Bürgermeister Schick am 24. April 1934 erfolgreich die Besetzung eines jüdischen Hauses durch SA-Leute verhindert. Darüber gibt es eine Aktennotiz des Kreisamtes Oppenheim. 

Von den in Wallertheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der Nazi-Zeit umgekommen (Quelle: Alemannia Judaica und eigene Recherchen). Von einigen gibt es Gedenkblätter in Yad Vashem * oder im Bundesarchiv. Weitere Informationen sind hinter den Namen verlinkt:

*)Yad Vashem, die Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem, wurde 1953 durch einen Beschluss des israelischen Parlaments (Knesset) gegründet und mit den außerordentlichen Aufgaben betraut, die Geschichte der Juden im Holocaust zu dokumentieren, das Andenken an jedes einzelne der sechs Millionen Opfer zu bewahren und durch Projekte und Aktivitäten des Archivs, der Bibliothek, der Museen sowie durch die Anerkennung„der Gerechten unter den Völkern“ das Vermächtnis des Holocaust den nächsten Generationen zu übermitteln.